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Rape me

Teil 4

Rape me

Sinngemäß sagte einmal ein Meister der schreibenden Zunft: das Schöne am Geschichten erzählen ist, dass man mit einer Handbewegung Jahrhunderte vergehen lassen kann. Ganz so sehr will es nicht übertreiben, aber wir hüpfen mal in das Jahr 1994.

Auf wundersame Weise sind unsere Helden natürlich nicht gealtert. Immerhin befinden wir uns in der Ewigkeit.

An diesem Tag im April ereignet sich etwas, das nicht allzu häufig geschieht. Nichts Böses ahnend halten sich die Bewohners des House of the lost souls wie immer im Garten auf und frönen ihren gewohnten Tätigkeiten.

In allerletzter Sekunde sieht John das drohende Unheil und kann gerade noch rechtzeitig einen gellenden Pfiff ertönen lassen.

„DER CHEEEF!“ ruft er zur Unterstreichung.

Als säße sie auf einem Knallfrosch, hüpft Janis aus ihrem Stuhl auf und lässt die Flasche Sothern Comfort im hohen Bogen im nächsten Gebüsch verschwinden. Der Garten verwandelt sich in einen geschäftigen Ameisenhaufen. Nur Bob bleibt in aller Seelenruhe in seinem Rattansessel sitzen und drückt den Joint bedächtig aus, als Mr. Rumpelstiltskin vor ihm steht.

„SIIIEEE“ schnaubt dieser, umhüllt in eine dichte Rauchschwade.

„Yes?“ Bob sieht in treuherzig an.

„Übertreiben Sie es nicht. Es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn ich sie nicht eines Tages erwische. Und nun zum Grund meines Besuchs: alle mal herhören!“

Je nach Gemüt zügig schreitend oder langsam schlurfenden Ganges treffen die Bewohner ein.

„Also, herhören. Wie sie sicher selbst am besten wissen, gibt es hier den einen oder anderen, der in der Vergangenheit Kontakt mit illegalen Drogen hatte.“ Unterdrücktes Kichern breitet sich unter den Bewohnern aus.

„Da ich dies natürlich nicht durchgehen lassen kann, habe ich eine Überraschung für Sie.“ „Na, da bin ich aber gespannt“ flüstert es halblaut.

„Wiee bitte?“ Das Gesicht von Mr Rumpelstiltskin nimmt eine Besorgnis erregend rote Farbe an. Da niemand etwas erwidert, fährt er fort: „Wir werden also ab sofort eine Drogen-Selbsthilfe-Gruppe einrichten. Bitte begeben Sie sich in den Konferenzraum. Schwester Baptista Notburga wird sie dort erwarten. Und lassen Sie aich folgendes gesagt sein: die Hölle wird losbrechen, sollte mir nachher auch nur die kleinste Klage zu Ohren kommen.“

Folgsam begibt sich die Gruppe in den Konferenzraum. Der Raum ist bereits vorbereitet, die Tische wurden entfernt und Stühle zum Sitzkreis zusammen gestellt. Dort angekommen, werden sie von einer Nonne erwartet Sie ist etwa Mitte 40 und blickt die Eintreffenden ernst an.

„Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, Platz zu nehmen.“ Als schließlich alle sitzen, hebt sie zur Begrüßung an. „Ich begrüße Sie in unserer Runde. Ich bin Schwester Baptista Notburga vom Orden der Beschützer der verlorenen Seelen.“ Erneut wird unterdrücktes Kichern hörbar, irgendwer murmelt „Amen“.

„Lassen Sie mich mit folgender Frage beginnen: wer von Ihnen hat ein Problem mit Drogen?“

Kurt sitzt unbeteiligt in seinem Stuhl und versucht, sich möglichst unauffällig zu benehmen. „Mr Cobain, wenn ich mich nicht irre?“Spricht Baptista ihn an.

„Schon möglich. Hey, ich hatte nie ein Problem mit Drogen.“

„Ach?“ Baptista schaut ihn prüfend an. „War es nicht vielmehr so, dass sie vor ihrem Ableben noch eine Entziehungskur gemacht haben?“

„Eben. Ich sage doch: hatte immer nie ein Problem mit Drogen. Nur ohne..“

Lachen in der Runde, Baptista verdreht die Augen.

„Würden Sie denn nicht zustimmen, dass Sie sich ohne den Konsum harter Drogen unwohl gefühlt haben?“

Jimi mischt sich ein: „Unwohl? Schwester, mit H waren wir wir einfach gut drauf und konnten 20 Stunden oder länger wachbleiben.“

Die Schwester schöpft Hoffnung. „So, da haben wir doch schon einen schönen Ansatzpunkt. Motive für ihren Drogenkonsum waren also schlechte Stimmung und der Druck, körperlich fit sein zu müssen.“

„Quatsch“, lässt Janis sich vernehmen. „Der Grund H zu nehmen, ist ein ganz simpler: es macht Spaß. Und wir konnten es uns leisten.“ Erneut lacht die Gruppe. Baptista ringt inzwischen mit der Fassung und ist merklich ungehalten.„Stimmt's nicht, Sid?“ Janis stupst den neben ihr sitzenden Sid an. Dieser döst bereits vor sich, rappelt sich hoch und murmelt „Nancc.. was?“ Im Gesicht der Schwester steht blankes Entsetzen.

„Schwester“, lässt Jim sich nun vernehmen, „vielleicht sollten Sie es auch mal ausprobieren. Sie glauben gar nicht, wie Kokain ihre Kreativität fördert, und für die sexuelle Aktivität.. ach so, na gut, das trifft ja auf Sie nicht zu..“

Schwester Baptista ist nun nicht mehr zu halten. Kreischend rennt sie aus dem Raum.

„Es ist eindeutig“, meint John grinsend, „sie ist absolut unausgeglichen. Irgendwas scheint Ihr wohl in ihrem Leben zu fehlen. Vielleicht sollte sie mal eine Therapie machen, um das heraus zu finden.“

Lachend verlässt die Gruppe den Konferenzraum.

Kurt, der erst wenige Tage zuvor angekommen ist, läuft den Gang im Erdgeschoss lang, in dem sich die Zimmer befinden. An der Tür von Zimmer 106 hängt ebenfalls eine Sexpistols-Flagge. Sids name stweht dort auf dem Schild. Zögern klopft er an.

„Draußen bleiben“ brummt es von innen. „Sid, ich bin's, Kurt. Darf ich herein kommen?“

„Nein..“

Kurt betritt dennoch das Zimmer. Die Jalousien sind herunter gelassen. Auch sein Zimmer ist mit verschiedenen Flaggen dekoriert. In dem Zimmer herrscht Chaos – Kleidung und Papier liegen verstreut herum, überall stehen leere Bierflaschen.

"Hatte ich nicht nein gesagt?", fragt Sid müde.

„Sid, was ist los?“

„Nö, nich noch so ein Therapie-Gespräch, davon hatte ich heut schon genug.“

„Keine Sorge. Weißt Du, dass ich auch von der Welt geflüchtet bin?“ „Nö, woher?“ „Gut, dann weißt Du es jetzt.“ Kurt hat es sich neben Sid auf dem Bett bequem gemacht, der mit angezogenen Beinen, seiner üblichen Haltung, in der Ecke hockt. „Und weißt Du was, Sid? Ich habe es erhobenen Hauptes getan. Neil Young hat mal gesungen It's better to burn out than to fade away. Ich habe bewusst gewählt, und das hast Du auch getan. Es war Dein Weg. Du bist ihn gegangen, und hier hat er Dich heute hin geführt.“

Sid kriecht aus der Ecke hervor. Instintktiv umarmt er Kurt. „Ich fühl mich so alleine *schief*“

„Ich weiß. Aber schau Dich doch hier mal um. Du bist viel weniger alleine, als Du denkst."

Während der Umarmung hat unbemerkt Freddie das Zimmer betreten.

„Ooppss“, macht er sich süffisant grinsend bemerkbar, „Störe ich? Ich hatte ja keine Ahnung..“

„Halt die Klappe, Freddie“, entgegnen Sid und Kurt wie aus einem Mund.

“Wir sind aber heut empfindlich, was? Ich wollte Euch auch nur sagen, dass Ihr Euch bereit machen sollt. Heute Nacht steigt eine Party bei Janis im Zimmer.“



 

 

29.8.09 22:14
 


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